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Medical Education: Gezielte Geistesblitze statt reines Faktengewitter

Medical Education: Gezielte Geistesblitze statt reines Faktengewitter

Medical Education: Gezielte Geistesblitze statt reines Faktengewitter

Medizinische Weiterbildung ist ein Wachstumsmarkt in der Gesundheitskommunikation. Sie bleibt unverzichtbare Basis für nachhaltiges Schaffen von Awareness für Themen und den Erfolg von Therapiekonzepten. Dass auf Zielgruppen kein Faktengewitter niederschlägt, sondern gezielte Geistesblitze für Aha-Erlebnisse sorgen, ist die zentrale Anforderung an die Medical Education. Gibt es ein Erfolgsrezept, um aus Lerninhalten praxisorientiertes Know-how aufzubauen?

Das Thema Medical Education ist für alle Beteiligten des Gesundheitswesens relevant. Für Ärzte ist die kontinuierliche berufliche Weiterbildung verpflichtend. Und auch für Medizinische Fachangestellte oder Pharmazeutisch-technische Assistenten ist der regelmäßige Aufbau von Wissen maßgeblich für den Berufsalltag. Ob Arzt, MFA oder Pfleger – das Fachpersonal im Healthcare-Markt kommt um gezielte Medical Education nicht herum. Doch was für medizinisches Fachpersonal auf der Hand liegt, wird bei der Gruppe der Patienten oft vergessen. Auch diese Zielgruppe profitiert von einer gezielten medizinischen Wissensvermittlung – schließlich wollen Gesundheitsentscheidungen fundiert getroffen werden. Nicht zuletzt müssen Mitarbeiter in pharmazeutischen oder medizintechnischen Unternehmen up-to-date bleiben, um stets über Hintergründe und Trends im Markt informiert zu sein. Die Lösung: Medical Education.

Maßgeschneiderte Lösungen statt starrer Konzepte

Wie die Erfahrung zeigt, reicht die reine Vermittlung medizinischen Wissens nicht aus, um diese Ziele zu erreichen. Denn hinsichtlich ihrer Medien- und Gesundheitskompetenz sind die Zielgruppen und die Angehörigen einer Zielgruppe untereinander zu verschieden. Abhilfe versprechen maßgeschneiderte Lösungen. Als solche bieten sich Blended-Learning-Modelle an, die klassische Präsenzveranstaltungen und das „virtuelle Klassenzimmer“ miteinander verbinden. Zum Beispiel: In einem ersten Schritt können Präsenzveranstaltungen das Wissensfundament für eine große Teilnehmerzahl legen. Darauf aufbauend kann eine Vertiefung des Erlernten in Präsenzveranstaltungen für Kleingruppen erfolgen und/oder in Form von eLearning-Angeboten – bis auf die Stufe des einzelnen Teilnehmers im Selbststudium. Hier ist nicht allein die Wahl der richtigen Medienkanäle wichtig, sondern auch die treffende Ansprache: Lernmaterial sollte stets auf die Sprache des Lernenden angepasst sein. „Wissen heißt wissen, wo es geschrieben steht“, wird Albert Einstein als Anleitung zum Verhalten bei Wissenslücken in der Praxis gerne zitiert: Der Zugriff auf ein digitales Kompendium mit Fachinformationen, zum Beispiel als Mobile App, kann Lernenden helfen, noch nicht gefestigte Inhalte bei Bedarf nachzuschlagen.

Spielend lernen

Wissen zu generieren bedeutet, immer wieder Interesse und Neugier beim Lernenden zu wecken. Das Lernen selbst soll Spaß machen! Frische Impulse für die Medical Education liefert die Gaming-Kultur: Sie umfasst mehr als das Computerspiel und kann über Altersklassen hinweg die Denk- und Handlungsweise der Spieler auch außerhalb einer virtuellen Plattform beeinflussen. Lernkonzepte zur Vermittlung medizinisch-wissenschaftlicher Inhalte können konzeptionell mit Gaming-Elementen aufbereitet werden. Beispiel: ein InfoCenter im Videospielformat. Der Lernende erarbeitet sich die fachlichen Inhalte interaktiv im Spiel. Die moderne Fort- und Weiterbildung hat in vielerlei Hinsicht vom Gaming gelernt. Einerseits lässt sie verschiedene Herangehensweisen an Themen zu. Andererseits weiß sie um den zentralen Bestandteil eines fesselnden Spiels: ein starkes Drehbuch. Storytelling ist mehr als die Handlung einer Geschichte. Es ist auch die Entwicklung einer Dramaturgie, mit der die Geschichte dem Rezipienten mit maximaler Wirkung erzählt werden kann. Fortbildungskonzepte, die beides beachten, ragen aus der Masse herkömmlicher Lernangebote heraus.

Passion Medical Education

Offen für Neues zu sein, Trends zu beobachten und diese aufzugreifen, um am Puls der Zeit zu agieren – das ist die Basis für erfolgreiche Medical-Education-Konzepte. Dabei ist es wichtig, nicht nur auf Einzelmaßnahmen zu setzen, sondern integrierte Gesamtkonzepte zu entwickeln, die die Zielgruppe dort abholen, wo ihre spezifischen Bedürfnisse liegen. Denn gerade im Gesundheitsbereich ist es wichtig, praktisches Wissen aufzubauen, das die Effizienz des Einzelnen im Alltag steigert. Dabei gilt für die Pflicht, ebenso wie für die Kür: Leidenschaft und Begeisterung aller Beteiligten sind für den Erfolg jedweder Medical-Education-Maßnahme essenziell.

Autoren
Wiebke Sowen, Group Head
Dr. Michael Wenzel, Senior Medical Conceptioner

Erschienen in: Pharma Relations 01/2019