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Daten, Daten, Daten - und wie weiter?

Daten, Daten, Daten - und wie weiter?

Daten, Daten, Daten - und wie weiter?

Ob Finanzen, Versicherungen oder Logistik und Vertrieb – keine Branche kommt mehr an „Big Data“ vorbei. Aber mal ehrlich: Was steckt eigentlich hinter diesem populären Schlagwort? Bislang gibt es keine einheitliche Definition. Ein Vorschlag kommt aus dem Gesundheitswesen: Die europäischen Zulassungsbehörden HMA und EMA haben sich darauf geeignet, mit dem Buzzword „extrem umfangreiche Datensätze, die komplex, multidimensional, unstrukturiert und heterogen sind“ zu bezeichnen. Die medizinische Versorgung produziert täglich enorme Datenmengen, eben jene „Real-World Data“ festgehalten in elektronischen Krankenakten – nicht zu vergessen die Einträge in Patientenregistern, Daten aus klinischen Studien und Meldungen über Nebenwirkungen. Auch Soziale Medien und Wearables tragen zur Datenmasse bei. Mithilfe von Computern, sollen Muster, Trends und Verbindungen hinter den Bits entschleiert werden. Denn die HMA und EMA haben das Potenzial hinter ihnen erkannt und kürzlich eine Taskforce ins Leben gerufen, die den potenziellen Nutzen von Big Data für die Entwicklungs- und Zulassungsprozesse von Medikamenten in der EU prüfen soll.

Ein erster Schritt ist getan. Ob und bis wann die Routine- oder Registerdaten zur Nutzenbewertung in der Medizin verwendet werden können, ist bislang unklar. Geduld ist auch hier eine Tugend wie der Präzedenzfall verdeutlicht: 1990 startete das Human Genome Projekt mit dem Ziel, die Sequenz der etwa 3 Milliarden Basenpaare der DNA zu finden. 13 Jahre später galt das menschliche Erbgut offiziell als vollständig entschlüsselt. Heute, nach weiteren 16 Jahren, stellt sich die Frage, ob es bislang ein Ergebnis gibt, das unser tägliches Leben verändert hat. Zugegeben: Wir wissen viel, verstehen aber weiterhin wenig. Ungeachtet aller Diskussion strahlt in Wikipedia die Mona Lisa für jedermann in einer Auflösung von 2.835 × 4.289 Pixel. Über 12 Millionen prachtvolle Bildpunkte. Manchmal sind „Big Data“ auch einfach nur schön anzusehen.

Autor
Dr. Michael Wenzel, Senior Medical Conceptioner